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In der letzten Zeit hatte ich viel zu lernen und mit anzupacken. Darüber möchte ich euch nun in diesem, meinem letzten Beitrag ein wenig berichten.
Ausflug nach Sogn Gieri Es gehört zur Allgemeinbildung, von den Sehenswürdigkeiten unserer Region etwas zu wissen. So besuchten wir vom Noviziat vor kurzem an einem schönen Sonntagmorgen die kleine Kirche Sogn Gieri (Heiliger Georg) in Rhäzüns. Vom Bahnhof Rhäzüns aus führte uns ein schöner, nicht allzu langer Weg durch Wiesen auf einen bewaldeten Hügel, wo Sogn Gieri steht. Bevor wir die Kirche betraten, las uns Sr. Agatha, unsere Noviziatsleiterin, eine Legende über den hl. Georg vor, die sich eben an jenem Ort zugetragen haben soll. Der Innenraum der Kirche ist mit schönen Fresken bemalt. Diese betrachteten wir und mit Hilfe einer Beschreibung konnten wir sogar erkennen, was auf den einzelnen Bildern dargestellt ist. Gerade rechtzeitig zum Mittagsgebet erreichten wir wieder unser Kloster.
Gebet mit den Schülerinnen
Einer unserer Tätigkeitsbereiche ist die Schule St. Catharina , an der im Moment etwa 60 Schülerinnen das Brückenangebot zwischen Schule und Lehre besuchen. Ausserdem bieten wir viele Erwachsenenkurse an. Etwa einmal im Monat gibt es eine Hl. Messe für die katholischen und eine Gebetsstunde für die reformierten Schülerinnen. Bei dieser letzteren dürfen wir vom Noviziat jeweils auch dabei sein. Zum einen ist Sr. Benedicta, die es organisiert, froh um ein wenig Unterstützung vom Kloster, zum anderen lernen wir so die Schülerinnen ein wenig kennen. Ausserdem gefällt mir dieses Gebet sehr gut, das in der Art von Taizé gestaltet ist.
Tischdienen In den letzten Tagen hatte ich Premiere beim Tischdienen. Nach dem Tischgebet wird das Essen von jeweils zwei Schwestern serviert, während eine dritte die Tischlesung hält. Da mein Vis-à-vis beim Essen sich sehr oft zum Tischdienen meldet, kam ich mir immer etwas komisch vor, einfach so dazusitzen und mich bedienen zu lassen. Darum fragte ich die Noviziatsleiterin, ob ich auch mal dürfe. Sie meinte damals, dass ich damit noch etwas warten solle. Das war für mich O.K., aber ich wartete etwas ungeduldig auf diesen Augenblick. Vor ein paar Wochen dann wurde mir bewusst, dass das ja auch eine gute Erfahrung ist, nicht immer gleich überall mitanpacken zu müssen, sondern sich auch einmal "bedienen" lassen zu dürfen, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. So konnte ich mich noch mehr damit anfreunden, jetzt noch nicht dieses Ämtli zu übernehmen. Und gerade, als mir das aufgegangen war, durfte ich mit dem Tischdienen beginnen. Nun kann ich es wirklich als Dienst an den Mitschwestern tun. Das erste Mal war ich dann aber schon recht nervös und ich fühlte mich wieder wie zu Beginn meiner Lehre, wo ich auf Schritt und Tritt dem Lehrmeister folgte und zuschaute, wie man das macht, unsicher, ob es so, wie ich es mache, richtig ist und mit der Ahnung, das es ein riesiges Chaos gäbe, müsste ich mich alleine durchschlagen. Mit der Zeit kommt aber sicher noch die Übung und damit auch der Überblick. Man hat einfach nie ausgelernt.
Ministrantentag in Trimmis
Einmal im Jahr findet für alle Ministranten unseres Bistums ein Unihockeyturnier statt. Wir sind, schon seit es diesen Anlass gibt, für die Verpflegung zuständig. Dieses Jahr wurde auch ich für die Mithilfe eingeteilt. Im Vorfeld gab es für mich nichts zu tun. Unsere Priorin, ein wahres Organisationstalent, bereitete alles gut vor und die Küche kochte, was es schon im Voraus zu kochen gab. Der Tag selber war sehr lange. Morgens um 7:00 Uhr ging es los und dann war beinahe ununterbrochen Betrieb. Zuerst alles aufstellen, dann den Kiosk bedienen: Kaffee ausschenken, Hotdog zubreiten, Kuchen und Süssigkeiten verkaufen, Eistee bereitstellen, etc. Andere waren für das Mittagessen zuständig. Kurz vor der Preisverleihung machten wir den Laden dicht, begaben uns in die Turnhalle und anschliessend mit allen zusammen in die Kirche, wo wir gemeinsam die Hl. Messe feierten. Total müde, aber glücklich über den Einsatz und das Gelingen, kamen wir um 20:30 Uhr zu Hause an.
Adieu
Jetzt habt ihr beinahe ein Jahr lang meine ersten Erfahrungen im Klosterleben mitverfolgen können. Auch wenn es mir manchmal schwer fiel, die Worte und Sätze für meine Erlebnisse zusammenzubringen, freute es mich, euch an meinem Leben teilhaben zu lassen. Nun ist es Zeit, anderen den Platz zu lassen und ich sage euch Adieu - und wer weiss, vielleicht trifft man sich ja mal in Cazis...
Manuela

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