Besuch aus Washington Ende März war Mario St. Francis aus Washington in der Schweiz unterwegs, um an verschiedensten Orten von seinem Leben zu erzählen. Mario ist Model und man sagt, dass er auf den Höhepunkt seiner Karriere einer der 50 schönsten Männer der USA war. Das Spezielle an seinem Leben ist, dass er irgendwann zum Glauben fand und sich da sein Leben grundlegend veränderte. Er nimmt zwar immer noch Aufträge als Model an, aber vor allem reist er durch die ganze Welt, um von seiner Bekehrung zu erzählen. Wie fühlten wir uns doch geehrt, dass er auch den Weg in unser kleines Cazis fand. Ich selber war an diesem Tag, als er bei uns zu Gast war, weg und kam leider so spät zurück, dass ich nur noch den Schluss seines Zeugnisses mitbekam. Ein umso grösseres Geschenk für mich war darum, dass ein paar Tage später die Schwester, die in die Vorbereitungen involviert war, Zeit fand, ein bisschen zu erzählen, wie es überhaupt zu dieser ungewöhnlichen Begegnung kam und was sie an diesem Abend besonders beeindruckt hatte.
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Ein Tag mit Kindern
Bald ist in Cazis, wie auch in anderen Pfarreien, wieder Erstkommunion. Die Kinder aus Cazis, Andeer und Splügen, die sich dieses Jahr darauf vorbereiten, waren mit je einer Begleitperson eingeladen, einen Tag bei uns zu verbringen. Das Tagesprogramm enthielt Teile, bei denen Erwachsene und Kinder getrennt und andere, bei denen alle zusammen waren. Ich wurde zur Mithilfe beim Kinderprogramm angefragt und darüber war ich bis zu Beginn des Tages nicht sehr glücklich, da ich mich mit Kindern immer etwas verloren fühle. Umso mehr erstaunte es mich dann, wie gut alles ging und dass es mir sogar etwas Spass machte, mit den Kindern zusammenzusein.
Die Kar- und Ostertage im Kloster Es ist nicht das erste Mal, dass ich in Cazis Ostern feiern durfte. Bereits die letzten zwei Jahre war ich während dieser Tage hier zu Gast. So war mir das Meiste schon etwas vertraut. Intensiv fand ich die Zeit aber immer noch. Die reichhaltige Liturgie nimmt mich jedes Mal so ganz in das Geschehen hinein. Da ist zum Beispiel das feierliche Nachtessen am Donnerstag Abend, Agape genannt. Nach dem Essen wurden die Abschiedsreden Jesu aus dem Johannesevangelium vorgelesen und an dem Punkt, wo es heisst: "Steht auf, wir wollen weggehen von hier", standen wir auf und gingen. Etwas später feierten wir die Messe, anschliessend wurden die Abschiedsreden fertig gelesen und dann konnte man einfach noch bei Jesus verweilen. Ich ruhte mich zuerst ein wenig aus und kam vor Mitternacht nochmals etwa eine Stunde, um Wache zu halten. Obwohl ich recht müde war, erging es mir nicht wie den Jüngern. Ich konnte wach bleiben und erlebte eine ganz schöne Zeit im Gebet. Am Karfreitag und Karsamstag war alles so karg. Wir schwiegen und die Kapelle war überhaupt nicht geschmückt, beim Gebet fiel vieles Gewohnte weg, die Instrumente und Glocken verstummten und die Schwestern trugen den schwarzen Chormantel. Am Morgen wurden die Lamentationen aus dem Buch des Propheten Jeremia gesungen, in deren Klage ich innerlich so richtig einstimmen konnte. Die Karfreitagsliturgie feierten wir zusammen mit der Pfarrei in der Pfarrkirche. Bei der Kreuzverehrung war ich sehr berührt, als ich einen Moment ganz alleine beim Kreuz war. Und dann, am Samstag spät abends die Auferstehungsfeier, die wir ebenfalls mit der Pfarrei zusammen feierten. Unser Chor sang in der Messe und das Licht, die Musik und die Blumen taten nach diesen zwei kargen Tagen richtig gut. Ich spürte eine grosse Freude.
Manuela
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