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Auch schon wurde ich gefragt, ob es mir denn nicht langweilig sei, jeden Tag das Gleiche zu tun. Von wegen "jeden Tag das Gleiche"! Nach dem Advent mit den vielen Ausnahmen (siehe Adventsbeitrag) und der Weihnachtszeit, die mit den vielen Festtagen sowieso total aus dem Rahmen fällt, ist auch jetzt nicht an einen geregelten Alltag zu denken. Immer ist wieder etwas, das meinen Wochenplan über den Haufen wirft. So bleibe ich innerlich fit und flexibel.
Nach Zürich in den Ausgang
Am 27. Januar fand in Zürich eine Veranstaltung zum Thema "Vision und Provokation – Zur Aktualität von religiösen Orden in der heutigen Gesellschaft" statt. Eingeladen war unter anderem Abtprimas Notker Wolf, der oberste Benediktiner. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. So machten wir uns zu fünft per Auto an besagtem Abend auf den nicht allzu kurzen Weg in die grösste Stadt der Schweiz. In einem ersten Teil bekamen wir von Pater Notker Wolf einen Vortrag zu hören, der mir sehr gut gefiel, und in einem zweiten Teil gab es eine Podiumsdiskussion mit ihm und anderen Ordensleuten, die auch interessant war. Schön fand ich es auch, überraschenderweise einige Freunde aus Zürich wiederzusehen. Da wir nach dem Vortrag noch einen langen Heimweg hatten, wurde es beinahe Mitternacht, bis ich ins Bett kam, was das Aufstehen am nächsten Tag nicht gerade erleichterte. Etwas schmunzeln mussten wir schon, als uns auf dem Weg zwischen Auto und Veranstaltungsort jemand zurief: "So, Schwestern, geht ihr in den Ausgang?".
Das dritte Instrument Nachdem ich schon Flöte und Gitarre spiele, darf ich nun noch Harfe lernen. Das ist bei uns ein besonders wichtiges Instrument, da wir damit das Chorgebet begleiten. Am 4. Februar war es endlich so weit, da hatte ich meine erste Harfenstunde. Diese verging wie im Fluge. Bis ich mit dem Instrument etwas vertraut war, die Harfenlehrerin mir gezeigt hatte, wie ich die Arme und Hände halten soll und ich einige Töne gezupft hatte, war die Stunde schon beinahe vorbei. Nun übe ich natürlich fleissig jeden Tag, damit ich es auch zu etwas bringe. Nur, die Saiten der Harfe sind viel härter als die der Gitarre, so dass ich nach dem zweiten Tag bereits Blasen an den Fingern bekam. Aber auch die vergingen wieder und so freue ich mich schon darauf, in ein paar Monaten vielleicht, die Gemeinschaft mit meinen Harfenklängen zu beglücken.
Grippezeit...
Viren machen nicht mal vor den Klostermauern halt – ja, es ist sogar so, dass wir uns manchmal gegenseitig noch anstecken, da wir doch auf recht engem Raum zusammenleben. Und da ich scheinbar im Moment recht empfänglich für solche Käfer bin, machte ich bis jetzt bei jeder Erkältungswelle, die das Kloster erreichte, ganz vorne mit. Die Standorte von Tee und anderen Mitteln gegen Erkältung sind mir also langsam vertraut. Letzte Woche erwischte ich zur Vertiefung des Themas "Kranksein im Kloster" noch eine Grippe. Diesmal lag ich völlig flach und die Noviziatsleiterin musste mir alles, was ich brauchte, in mein Zimmer bringen. Nun spüre ich eine grosse Dankbarkeit gegenüber meinen Mitschwestern, die mich so lieb umsorgten, die an mich dachten und mir Grüsse und Gute-Besserungs-Wünsche zukommen liessen. Ausserdem konnte ich mich in diesen Tagen im Loslassen üben. So musste ich beispielsweise bereits meine zweite Harfenstunde absagen.
Manuela
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