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Ihr sagt: wir haben üble und elende Zeiten. Lebt recht, denn durch ein gutes Leben ändert ihr die Zeiten.
Augustinus

Sich selber werden

Mit dem Thema: "Darum fang zuerst bei Dir selbst an, und wo Du Dich findest, lass ab von dir!" (Meister Eckhart, Dominikaner) begannen am 1. Februar mit dem Nachtessen meine diesjährigen Exerzitien. Zusammen mit weiteren 20 Mitschwestern waren wir doch eher eine grosse Gruppe, die diese Tage miteinander verbrachte. Ich freute mich schon lange darauf, denn diese Zeit der Stille und Einkehr vermag in mir immer viel zu bewirken. Eine Woche lang einfach Zeit haben für die Beziehung zwischen Gott und mir für meine Berufung. Dabei hielt uns unser Exerzitienmeister Abt Marian Eleganti täglich zwei Vorträge, in denen uns Themen wie innerer Friede, Bedrängnis aushalten und Gestürm vermeiden, Beten, Schweigen und Reden etc. ganz schön unter die Haut gingen. In allem fand ich etwas, was mit mir zu tun hatte. Es waren alltägliche Situationen, die uns vor Augen geführt wurden sowie Wege zu innerem Frieden, die nun bald schon in meinem Alltag eingesetzt werden können.

2. Februar – Tag der Berufung

Inmitten dieser Einkehrtage fiel das Fest Mariä Lichtmess, welches wir Exerzitantinnen zusammen mit der Mutterhausgemeinschaft begingen. Am Morgen feierten wir gemeinsam das Morgengebet und die heilige Messe mit der an diesem Fest üblichen Kerzen-Segnung.
Am Nachmittag dann wurde es für uns alle spannend. Spannend deshalb, weil wir wie jedes Jahr den Brauch pflegen, eine Gebetsintention für den Verlauf eines Jahres (bis zum nächsten 2. Februar 2010) zu ziehen. Wie zum Kommunionempfang gingen wir in Richtung Altar und zogen uns ein Andachtsbildchen aus der ganzen Fülle, die auf einem grossen Teller verteilt war und von einer Mitschwester gehalten wurde. Auch ich konnte es kaum erwarten, "mein" Gebet zu lesen. Als ich mich wieder an meinem Platz in der Kirche eingefunden hatte, drehte ich sofort mein "Bildli" um und las: "um Segen für alle freiwilligen Helferinnen und Helfer im Dienst am Mitmenschen". Ich gebe zu, zuerst musste ich mich fragen, was da wohl alles darunter zu verstehen sei. Doch nach und nach kamen mir viele freiwillige, gar ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in den Sinn, die ihren Dienst bei uns oder in verschiedenen karitativen Vereinen einsetzen.
An diesem Tag beteten wir besonders zum heiligen Geist und zu unserem Ordensgründer, dem heiligen Dominikus. Durch viele gesungene Lieder und einem Auftritt unseres Instrumental Ensembles sagten wir Gott, unserem Vater Lob und Dank für unsere Berufung.



Veni creator spiritus


O wunderbare Hoffnung


In dir ist Freude

Berufung – auch bei uns!

Zur grossen Freude unserer Gemeinschaft erwarten wir im kommenden März wieder eine Postulantin. Dies wurde uns hinblickend zum Fest unserer Berufung durch unsere Generaloberin mitgeteilt. Rita ist schon etwas älter als ich und spürt in sich die Liebe und Freude zur Nachfolge Christi, die auch mich und alle hier zu diesem Schritt bewogen hat. Wir werden also in unserem Ausbildungskonvent bereichert und auch ich werde bald eine neue Mitinteressentin im Noviziat erhalten. Ich danke Gott für dieses Geschenk.

 





 
 
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