Guät grutscht?
Die Geschichte vom Neujahrsabend ist eigentlich schnell erzählt: Ich habe gearbeitet. Aber vorher haben wir den Papst mit weihnachtlichen Klängen erfreut.
Am 31.12. gegen sechs Uhr Abends hatte sich das Spiel der Päpstlichen Schweizergarde, genannt Banda, versammelt, um sich einzuspielen. Da ich in der Schweiz einige Jahre Trompetenunterricht genossen habe, darf ich ebenfalls in der Banda mitspielen. In Zweierkolonne und dem Rhythmus der Tambouren liefen wir anschliessend zur Krippe auf dem Petersplatz und stellten uns in Konzertformation auf. Als Benedikt XI. dann die lebensgrosse Krippe besichtigte und einige Menschen aus dem Volk begrüsste, spielten wir die ausgewählten Weihnachtslieder, was dem Papst sichtlich gefiel. Er bedankte sich bei unserem Dirigenten und uns allen für die Umrahmung seines Krippenbesuches.

Kurz darauf musste ich mich leider von meiner Freundin, welche mich über die Festtage besuchte, verabschieden, da alle Gardisten, die um Mitternacht zum Dienst antreten müssen, um 20.30 Uhr befohlene Bettruhe haben. Gegen 23.30 Uhr stand ich wieder auf, und um 24.00 Uhr stiess ich im Papstpalast mit Tee in Pappbechern, einigen Gardisten und unserem Gardekaplan aufs 2009 an. Als erste Tat im neuen Jahr bezog ich ein paar Minuten später den Posten direkt vor der Wohnung des Papstes, was doch auch ganz schön ist. Um 04.15 Uhr war ich dann wieder im Bett, doch bereits drei Stunden später klingelte der Wecker erneut. Der nächste Arbeitseinsatz, die Papstmesse zum Neuen Jahr, stand auf dem Programm.

So gab es zum Jahreswechsel keine Party, dafür war ich so nahe am Heiligen Vater wie niemand sonst (bis auf seine beiden Sekretäre). Neujahr halt einmal ganz anders.
Allen Lesern der Jugendapage Gottes Segen fürs 2009 Anton
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