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So jetzt bin ich auch schon seit 1 ½ Monaten in der Schweizergarde. Letztes Wochenende beendeten wir unsere Rekrutenschule mit einer Inspektion durch den Kommandanten. Zudem wurden wir noch von Gardistenrekruten zu Hellebardieren befördert, welches wir bei einem Abschlussapero feierten. Nach rund 6 Wochen Ausbildung waren wir also bereit für den Dienst in der Päpstlichen Schweizergarde. Das erste Mal Schildwache stand also kurz bevor.

Am 16.12.2008 um 09.00 Uhr stand ich zum ersten Mal Schildwache in Arco delle Campane. Diese Stunde ging für mich ziemlich schnell vorbei. Es waren für mich viel mehr nur 15 Minuten. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ziemlich nervös war. Danach hatte ich Platondienst und zwei weitere Schildwachen. Beim letzten "Stillstehen" gegen den Schluss, kam auch langsam der Hunger und die Schultern machten sich bemerkbar. Nun durfte ich verdient essen gehen. Na ja ich war halt irgendwie stolz auf mich! Am gleichen Abend hatte ich dann noch Nachtdienst in der I. Loggia des apostolischen Palastes und vor dem Appartement des Heiligen Vaters. Um 00.00 Uhr beendete ich meinen Dienst und kehrte ziemlich müde ins Zimmer zurück.

Auch in Rom bemerkt man, dass es langsam Weihnachten wird. Noch eine Woche bis Heiligabend. Der Vatikan hat seinen bislang grössten Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz. Die 33 Meter hohe Rottanne aus Österreich ist mit 2.000 goldenen und silbernen Kugeln sowie einem leuchtenden Stern geschmückt. Alles in allem sieht es doch sehr weihnächtlich aus und löst leuchtende Augen aus. Auch an der Päpstlichen Krippe wird auf Hochtouren gearbeitet, sodass sie bis Weihnachten fertiggestellt wird.
Mein Geschwader hat am 24. Dezember den Freitag. Das würde heissen, dass wir in der Mitternachtsmesse verstellen müssten. Leider weiss ich bis jetzt noch nicht genau, wo ich dann genau stehen werde. Ich hoffe aber schon, dass ich einen schönen Platz in de Basilika bekommen werde. Vielleicht sogar Ehren- oder Thronwache?
Denn eins ist sicher. Ich brauche Ablenkung und möchte ein schönes erstes Weihnachten im Vatikan verbringen. Sonst denkt man zu schnell an zu Hause, an die Familie und natürlich ans Fondue Chinoise, welches man hier unten alles nicht hat. Viel wichtiger an Weihnachten ist jedoch das gemeinsame Zusammensein mit der Familie, Freunden und Bekannten. Ich denke auch,dass jene Gardisten welche frei sind, gemeinsam essen und vielleicht sogar ein Lied unter dem Weihnachtsbaum singen werden? Leider sind die Aussichten auf weisse Weihnachten hier in Rom sehr gering.
Somit wünsche ich euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit. Buon Natale

Wer ist Jonas Wolfisberg? Hier erfährst du mehr...
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