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Ihr sagt: wir haben üble und elende Zeiten. Lebt recht, denn durch ein gutes Leben ändert ihr die Zeiten.
Augustinus

In meinem letzten Beitrag habt ihr ja gerade noch mitgekriegt, wie wir den Heiligen Abend verbrachten. Nun möchte ich euch noch etwas über den Rest der Weihnachtszeit berichten:

Weihnachten

Der Weihnachtstag selber war recht ruhig und schlicht, aber trotzdem festlich. Die Hl. Messe feierten wir in der Pfarrkirche mit der Gemeinde zusammen und unser Chor gestaltete sie musikalisch. Vor dem Mittagessen verfolgten wir im Fernsehen die Weihnachtsbotschaft mit Segen vom Papst. Das Mittagessen war sehr festlich mit Dessert und zum Abendessen gab es traditionellerweise Ravioli aus der Büchse um die Schwestern in der Küche etwas zu entlasten.

Namenstag

Speziell an diesen Weihnachten war aber, dass ich meinen Namenstag feierte. Manuela kommt von Immanuel, was "Gott mit uns heisst" und das ist nach Altem Testament der Name des erwarteten Messias, der in Jesus an Weihnachten auf die Welt kam. Darum feiere ich meinen Namenstag ausgerechnet an Weihnachten und das bedeutet mir im Moment recht viel.
Begonnen hatte der Namenstag bereits in der Mitternachtsmesse, als der Pater plötzlich und für mich überraschend im Hochgebet für "unsere Postulantin Manuela" betete. Gleich nach der Hl. Messe kamen dann die ersten Gratulationen. Am nächsten Morgen fand ich zwei Karten mit Glückwünschen, eine Rose und eine Kerze vor der Türe und mein Essensplatz war auch dekoriert. Während des Abendessens schliesslich wurde ein kleiner Text über die Bedeutung meines Namens gelesen und nachher hörten wir Musik, die ich auswählen durfte.
 

Eine neue "Betschwester"

Bei uns ist es üblich, dass je zwei Schwestern während eines Jahres füreinander beten. Bestimmt werden die zusammengehörigen Schwestern durch Lose, die am 26. Dezember von den zwei Jüngsten gezogen und von der Priorin und Subpriorin verlesen werden. Und da ich im Moment die Jüngste von allen bin, durfte ich jeweils eines der beiden Lose ziehen. Im Voraus beteten wir gemeinsam, damit nicht einfach der Zufall entscheidet, sondern Gott auch seine Hand im Spiel hat.
An Epiphanie, dem Dreikönigsfest, während der Haussegnung durften dann die "Betschwestern" sich gegenseitig die Zimmer segnen.
 

Besuch im Altersheim von Cazis

Von Weihnachten bis Epiphanie hatten wir Ferienordnung im Kloster. Das heisst, unser Tag begann eine Stunde später und hörte früher auf. Ausserdem arbeiteten wir nur das, was nötig war. Darum blieb uns auch Zeit, unter anderem unsere Schwestern, die im Altersheim in Cazis arbeiten, an ihrem Arbeitsort zu besuchen und in ihrer Wohnung dort gemeinsam ein Raclette zu essen. Nachher zeigten sie mir das ganze Heim. Ich fand es interessant zu sehen, wo meine Mitschwestern arbeiten. Ein anderes Mal luden wir alle Schwestern in unsere Noviziatsstube zum Kaffee ein.

Das neue Jahr

Das neue Jahr begannen wir mit einem Segen, den wir mit der Pfarrgemeinde zusammen in einer nächtlichen Gebetsstunde genau um Mitternacht empfingen. Nachher trafen wir uns alle an der Pforte, um auf das Neue Jahr anzustossen. Am Neujahrstag selber gab es dann für uns Schwestern noch einen Neujahrsapéro, bei dem wir auch neue Agenden und Kalender bekamen.
Und mit dem neuen Jahr begann meine neue Arbeit. Einmal in der Woche putze ich jetzt unsere Kapelle, was mir nach anfänglichem Unbehagen doch recht gut gefällt.

Manuela

 





 
 
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