Was sind überhaupt Exerzitien?
Wie jedes Jahr fanden auch diesen Oktober wieder unsere Gemeinschaftsexerzitien statt. Exerzitien sind eigentlich nichts anderes als Besinnungstage, also Tage, in denen ich mich besonders intensiv dem Gebet und der Besinnung widme. Bei uns dauern die Exerzitien knapp 6 Tage und es kommt jeweils jemand, diesmal ein Pallottinerpater aus Deutschland, der uns am Morgen einen Vortrag über ein geistliches Thema hält, zu Gesprächen bereitsteht und mit uns die Gottesdienste feiert. Die Tage verbringen wir im Schweigen und neben den bereits aufgeführten gemeinsamen Elementen hat jede viel Zeit fürs Gebet, für Spaziergänge etc.
Das Neue Ich erlebte zwar schon viermal auf die eine oder andere Art solche Exerzitien, aber mit der Gemeinschaft, in dieser Art, war es das erste Mal. Es war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, dass ich zuhause blieb, in meinem Zimmer, und diese Tage mit meinen Mitschwestern erlebte. Sonst war es immer so, dass ich vom Ort meines Alltags wegging und in einer Gruppe mit mir meist unbekannten Menschen landete. Aber obwohl die Umgebung die gleiche blieb, waren diese Tage anders als der normale Alltag. Zum einen wurden wir etwas verwöhnt mit Süssigkeiten, Ausschlafen und einem Festessen am letzten Tag, zum anderen herrschte eine sehr schöne, ruhige und getragene Atmosphäre im Haus.
Das Erlebte
Es ist nicht so einfach, zu erzählen, was man in den Exerzitien so erlebt. Das Äusserliche ist wie oben sehr schnell erzählt. Eigentlich machte ich nicht viel, und doch erlebte ich in allen Exerzitien, die ich bis jetzt machte, jedes Mal mehr als in meinen spannendsten Ferien. Es ist eben eher ein innerliches Erleben und auch sehr persönlich, so dass es mir schwer fällt, das alles hier in Worte zu fassen. Aber ich möchte versuchen, die wichtigste Erfahrung dieser Tage ein bisschen zu skizzieren: Mit meiner bisherigen Exerzitienerfahrung und mit dem, was ich so von den Schwestern über die Exerzitien und den Pater gehört hatte, freute ich mich sehr auf diese Tage. Ich stellte mir vor, wie schön es sein wird und dass ich Gott ganz nahe bei mir spüren werde. Es kam dann ein bisschen anders, und ich lernte, dass alles ein Geschenk Gottes ist, aber dass ich mich nicht an dem Geschenk sondern nur an Gott festhalten darf. Und dieses Loslassen und mich ganz Gott anzuvertrauen braucht eben Übung (auf lateinisch übrigens "Exercitatio"). Manuela
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