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kloster live - darf ich mich vorstellen...

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Ihr sagt: wir haben üble und elende Zeiten. Lebt recht, denn durch ein gutes Leben ändert ihr die Zeiten.
Augustinus

Die Suche nach dem Sinn meines Lebens

Ich heisse Manuela und bin in Zürich aufgewachsen. Gerade mal eine Woche nach meinem Eintritt hier in Cazis, wurde ich 30 Jahre alt. Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, lache viel, mache gerne Musik und liebe es, in der freien Natur zu sein. Während der Vorbereitung auf meine Firmug, die bei uns erst im Alter von 18 war, fand ich zum Glauben und begann in der Pfarrei und der Fokolarbewegung, einer Laienbewegung mit ökumenischer Ausrichtung, die innerhalb der katholischen Kirche entstand, mitzumachen. In dieser Zeit verspürte ich in mir immer mehr den Wunsch, mein Leben Gott ganz zur Verfügung zu stellen. Nach meinem Abschluss als Vermessungszeichnerin (heute heisst dieser Beruf Geomatikerin) holte ich die Matura nach und begann anschliessend mit einem Mathematikstudium. Dieses unterbrach ich nach einem Jahr, um mehr Zeit für die aufdringliche Frage zu haben, was ich (bzw. Gott) überhaupt von meinem Leben erwarte(t).

Ich lerne Dominikus kennen

Dominikusskulptur von Sr.Caritas, unserer Künstlerin Auf dieser Suche stiess ich auf den Hl. Dominikus. Er beeindruckte mich sehr. Ihm war das Heil der Menschen so wichtig. Darum verkündete er überall das Wort Gottes und wollte so die Menschen wieder zu Gott führen. Und er verkündete es nicht nur indem er zu den Menschen sprach, sondern auch indem er es lebte. Neben seiner apostolischen Arbeit war ihm das Gebet sehr wichtig. Immer, wenn es auf seinen Reisen möglich war, versuchte er am Abend in einem Kloster anzukommen und am Gebet teilzunehmen. Das war ja genau das, was ich auch leben wollte.

 

Der Weg nach Cazis

Ich wusste, dass es Dominikanerinnen in Cazis gibt und hatte schon viel Gutes von dieser Gemeinschaft gehört. Darum rief ich einfach mal an und fragte, ob ich vorbeikommen darf. Ich durfte und ein halbes Jahr später durfte ich sogar einen Monat lang mit den Schwestern mitleben. Später, bei einem meiner regelmässigen Besuchen, wurde ich ganz spontan zu den Exerzitien, den jährlichen Besinnungstagen der Gemeinschaft, eingeladen. Diese sollten wegen eines Jubiläumsjahres diesmal in Südfrankreich stattfinden, dort, wo Dominikus vor 800 Jahren die erste Frauengemeinschaft ansiedelte. Während der Reise passierten viele Dinge, die ich plötzlich als Einladung von Dominikus interpretierte, ihm in seinem Werk, dem Predigerorden, zu folgen. Erstaunlicherweise war diese Einladung, auf die ich so lange gewartet hatte, so offen, dass ich mir nun überhaupt nicht mehr sicher war, ob ich das nun wirklich will. Ich hätte sie annehmen oder was ganz anderes machen können. Darum nahm ich mir beinahe zwei Tage Zeit für eine Antwort, die am Ende, wie ihr euch nun denken könnt, positiv ausfiel. Am 8. August dieses Jahres, an dem Tag an dem die Kirche das Fest des Hl. Dominikus feiert, begann ich das Postulat hier in Cazis, das etwa ein bis zwei Jahre dauert, bevor das zweijährige Noviziat beginnt. Und was man als Postulantin in Cazis so alles macht und erlebt, werdet ihr in den nächsten Monaten hier erfahren...

 





 
 
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